2. Kongress "Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt"

Ulm. Am 13. und 14. Juni 2016 fand im Ulmer Stadthaus der 2. Kongress Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt in Kooperation mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg statt. Rund 220 Fachleute sowie 10 Firmen in der begleitenden Fachausstellung nahmen an der Veranstaltung teil.

Täglich gelangen eine Vielzahl von Chemikalien und Pharmaka mit dem häuslichen Abwasser in den Wasserkreislauf. Sie finden sich als Spurenstoffe in den Gewässern wieder und können dort unerwünschte ökotoxikologische Wirkungen entfalten. Allein eine Aufrüstung der kommunalen Kläranlagen mit einer 4. Reinigungsstufe – „End-of-pipe“ – wird das Problem der Belastung der aquatischen Umwelt mit Spurenstoffen nicht lösen können

Mit dem 2. Kongress wurden der Dialog über den Umgang mit Spurenstoffen sowie die technischen Entwicklungen in der Abwasserreinigung zur Elimination von Spurenstoffen mit allen Betroffenen und Interessierten weiter geführt.

Bereits am 1. Veranstaltungstag beteiligten sich 120 Teilnehmer an den beiden angebotenen Fachexkursionen:
Auf der Kläranlage Steinhäule in Neu-Ulm besichtigten die Besucher die derzeit größte Aktivkohle-Adsorptionsanlage zur Spurenstoffelimination in Europa. Danach fuhren die Teilnehmer zur Wasseraufbereitungsanlage der Landeswasserversorgung in Langenau. Hier wurde u.a. die Aktivkohlefiltration von Donau- und Grundwasser vorgestellt und deren Forschungslaboratorien besichtigt.

Bei der zweiten Exkursion führte die Firma Boehringer Ingelheim in Biberach die Teilnehmer durch das Werk und stellte ihre derzeitigen Forschungsvorhaben zur Spurenstoffelimination vor.

Nach dem Eröffnungsreferat des Umweltministers Franz Untersteller, der die lokale Strategie im europäischen Kontext vorstellte, begann das Nachmittagsprogramm mit Fachvorträgen zu den Mikroschadstoffstrategien des Bundes und der Schweiz und zu Spurenstoffen im Kontext eines quellbezogenes Ansatzes.

Moderiert wurde der Kongress an beiden Tagen von Christiane Maschajechi vom SWR, die mit teils provokanten Fragestellungen Wert auf einen kontroversen Dialog zwischen den Spezialisten des Fachgebietes legte. Die Vorträge endeten am 1. Veranstaltungstag mit einer angeregten Podiumsdiskussion.

Am Abend trafen sich die Teilnehmer zum BBQ im Bootshaus auf der Donau und ließen den Tag mit Fachkollegen und Networking-Gesprächen ausklingen.

Am 2. Veranstaltungstag wurde bei den Fachvorträgen einerseits auf die Problematik der Gewässerbelastungen und ihre Folgen eingegangen andererseits Maßnahmen und Wirksamkeit der Emissionsminderung vorgestellt. Um die Perspektiven der Wasserwirtschaft und die Rolle von Spurenstoffen aufzuzeigen, wurden u.a. das Leipziger Modell zur Reform der Abwasserabgabe vorgestellt. Die Vielfalt an Fachthemen und die anschließenden Diskussionsrunden sorgten für einen angeregten Austausch der Teilnehmer und Referenten. Die verschiedenen Ansätze zur Reduzierung von Spurenstoffen z. B. durch technische Lösungen, Anforderungen bei der Zulassung von Stoffen oder der Sensibilisierung der Bevölkerung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wurde in der abschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern der Wasserwirtschaft, der pharmazeutischen Industrie, der Apothekerschaft und des Naturschutzes intensiv und teilweise kontrovers diskutiert.

An beiden Veranstaltungstagen bot die begleitende Fachausstellung den Besuchern eine zusätzliche Möglichkeit sich bei kompetenten Firmenvertretern über deren Leistungen, Produkte und neue Technologien zum Thema „Spurenstoffe“ zu informieren.

Der Deutschlandfunk hat zu dem Kongress ein Interview mit dem DWA Landesverbandsvorsitzenden Wolfgang Schanz und Prof. Dr. Rita Triebskorn vom Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen am Dienstag, 14.06. gesendet. Mit dem Link http://srv.deutschlandradio.de/themes/dradio/script/aod/index.html?audioMode=2&audioID=4&audio=462828 kann die Life-Schaltung nachgehört werden.

Spurenstoffe in der aquatischen Umwelt – ein Thema, das uns alle angeht!